Die Open Source Suite für den Illustrator

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Ich hatte eigentlich nie ein Händchen für Acryl oder Aquarell und habe seitdem ich denken kann meine Zeichnungen immer mit dem PC koloriert. Damals noch mit der Maus aber auch da war ich überwältigt von der Präzision und Lernkurve die es einem in kürzester Zeit bereits zu guten Ergebnissen brachte. Mein buggiges Windows tauschte ich schließlich dank permanentem Tech-support in Form meines Freundes gegen Linux ein. Das brachte mich dann auch recht schnell von Photoshop und dem Rest der Creative Suite ab. Zwar kann ich die Programme immer noch bedienen und zumindest im Fall von InDesign komme ich nicht vom Marktführer ab, aber unterm Schnitt habe ich mit ein bisschen Eigeninitiative und Neugier nicht nur eine komplette Grafiksuite legal umsonst gekriegt sondern bin damit auch glücklich. Die Creative Suite verstaubt seitdem ein bisschen im Regal.

Ein bisschen krankt Open Source daran, das es eine relative Nischenbewegung im grafischen Segment unserer Marktwirtschaft ist. Wer in einer Agentur arbeitet, arbeitet mit Adobe und daran gibts nichts zu rütteln. Entsprechend werden auch Studenten damit geimpft sich ihre Adobe Suite zu holen um später mitmischen zu können (anders als z.B. in Rotterdam) . Und die sind sehr pragmatisch- was gut aussieht und sich leicht bedienen lässt wird genommen. Warum also auf Gimp umsteigen, wenn man sich Photoshop auch für lau von den Tauschbörsen holen kann? Dementsprechend waren die ersten Eindrücke von mir mit altem Macbook im Atelier und Gimp mit einem Minitablett eher kritisch. Von gutgemeinten Ratschlägen des Proffs (du verdirbst dir damit die Augen) bis zu dem zweifelnden "taugt das denn was?" waren alle Klischees vertreten die ich so bei dem Thema "neue Technik" erwartet hab. Aber nicht gezögert, sondern geklotzt- danach waren sie alle zumindest neugierig für Dinge abseits des Standarts. Und das finde ich sehr wichtig. Für die meisten mag ein möglichst bequemes "Werkzeug" ausreichen. Für mich ist es inzwischen auch wichtig geworden zu sehen womit ich arbeite und das ich mich bewusst entscheide, wie ich arbeite. Einige Agenturen sind inzwischen komplett auf Open Source umgestiegen. Die sind weder groß noch berühmt, aber es ist ein Schritt für mehr Diversifizierung und das ist das Wichtige. Auch wenn es sehr bequem ist, finde ich die absolute Abhängigkeit meiner Arbeit von einer einzigen Firma (Adobe) gruselig. Aber wie sieht das Arbeiten nun im Detail aus?

Einen guten Überblick über den Workflow liefert dieses Video.

Alchemy aufzurufen ist dabei immer wieder ein Spass. Ich vergleiche es gerne mit dem Rumsauen mit Tinte, von dem ich inzwischen auch abgekommen bin. Mypaint ist mit der Maus ebenfalls interessant zu bedienen (je mehr man ausschwenkt umso größer werden die Linien) und zeigt sich mit dem Grafiktablett unter Ubuntu (Ich benutze ein Intuos 4 A4) sehr fix und vor allem ohne die MMn umständlichen Menüs von Corel Painter. Es gibt einige nette Add-ons für die diversen Programme und wenn man sucht auch entsprechend Tutorials und Ressourcen (s.u.).  Wenn man einige Filter und Features von Adobe nicht essentiell für die Arbeit braucht, bzw. eh Selbstständiger ist, sollte auf jeden Fall mal in die freie Alternative zur Creative Suite reinschauen. Und wer sich gerne selbst beteiligen will: Es gibt ein Treffen für Open Source Grafiker, Programmierer und ihre Verwandschaft hier.

Die Suite

Add-ons & Ressources:

Tutorials:

1 comment

Hi,

Ich hätte da noch ein paar Dinge, die noch nicht genannt wurden.
Krita... (von KImageShop hin zu Krita)... Krita ist DAS Digitale Zeichenprogramm unter KDE aber nicht nur..: Features: http://krita.org/component/content/article/9-krita-updates/45-krita-22-r... ... und die Version ist von Mai! Mittlerweile ist die nächste Version im anrollen. Warum ich denke, Krita passt besser auf die Liste als MyPaint? (obwohl ich letzteres gar nicht gut kenne...) Nun das hat mehrere Gründe: Krita (früher KImageshop war der Versuch der KDE-Entwicklercommunity etwas ähnliches zu schaffen wie Photoshop, aber auch GIMP in den Schatten zu stellen... Lange hat es gedauert und immer mehr Malfeatures kamen, und irgendwann gab es einen Strategiewechsel und heraus kam Krita; Krita hat allein deswegen für mich schon Potential, weil es wie gesagt von den KDE-Leuten stammt, und die Entwicklung in "ziemlich rasantem" Tempo mittlerweile voranschreitet. Ein Entwickler hat sogar 5000 Euro bekommen, um sich einen ganzen Monat diesem Programm widmen zu können und es z.B schneller zu machen. KDE hat mittlerweile auch Multitouch und es dürfte nicht ewig dauern bis man Krita genauso bedienen kann. Wie gesagt, ich kenne das DEV-Team von MyPaint nicht, aber KDE hat einen Bekanntheitsgrad, der schwer zu toppen ist. (ps, ich habe mir Ubuntu als Grund-distro eingerichtet und darauf dann einfach noch den KDE-Desktop draufgepackt, funktioniert super! Und das ist für die kommende Version geplant: http://wiki.koffice.org/index.php?title=Schedules/KOffice/2.3/Feature_Pl...

Dann noch eine Sache Krita hat aufgehört als Pixelbasiertes Bildbearbeitungsprogramm zu arbeiten. Nun gut, was gibt es für Alternativen auf KDE? Ganz einfach (zur Verwaltung: DigiKam (der Hammer!) und zur Bildbearbeitung Showfoto (das zwar an GIMP noch nicht ansatzweise heranreicht , aber dafür trotzdem schon 16bit pro Kanal kann...

Der nächste Tipp ist weniger umfangreich denn, der erste... aber: "Darktable" könnte irgendwann einmal tatsächlich ein Adobe Lightroom (TM) Ersatz werden. Gleiches könnte ebenfalls für Rawtherapee gelten, die ebenfalls viel Potential besitzen.

Nächste kleine Sache: GIMP-Shop dürfte sich mit der Version 2.8(2.7.1) wohl erledigt haben, dort gibt es nämlich schon ein "SingleWindow"... Und ausserdem ist die GIMP-Shop Entwicklung (wenn noch lebendig, dann seeeehhrrr langsam)

Und weil ich schon die ganze Zeit über Dinge schreibe, die fast kein andere(r) kennt, habe ich hier einen Link zu einem Manuskript, welches ich gerade am Schreiben bin; es trägt den Titel: GIMP, Firefox, Marble, Gallium3d, Ben NanoNote & die Welt hinter dem Spiegel, in dem ich für NICHT-CRACKS einige erfolgversprechende (auch zukünftig) FOSS Programme nenne und deren Entwicklung skizziere, werde ich ebenfalls auf die "FOSS-Culture" eingehen, woher sie kommt, was sie will, und welche Implikationen dies mit sich bringen wird. URL:http://issuu.com/andreas_p/docs/x_gimp_firefox_06

Schönen Abend, Andreas_P

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